Der säumige Patient – und wie professionelles Forderungsmanagement Ihre Praxis schützt
Viele Ärzte, Zahnärzte und Therapeuten kennen die Situation: Ein Patient zahlt nicht, reagiert nicht auf Rechnungen oder vertröstet die Praxis immer wieder. Dann stellt sich die Frage, wie man richtig vorgeht – und ab welchem Zeitpunkt professionelle Unterstützung sinnvoll wird. Grundsätzlich gilt: Medizinische Leistungen sind ganz normale zivilrechtliche Forderungen. Sobald die Rechnung fällig ist und der Patient nicht zahlt, befindet er sich im Verzug – ganz ohne besondere Formalitäten.
Trotzdem zögern viele Praxen, konsequent vorzugehen. Häufig besteht die Sorge, das Arzt‑Patient‑Verhältnis zu belasten, oder es herrscht Unsicherheit darüber, welche Schritte rechtlich sinnvoll sind. Ein strukturiertes Vorgehen schafft hier Klarheit und schützt die wirtschaftliche Stabilität der Praxis.
Wesentlich ist zunächst eine korrekte, prüffähige Rechnung. Eine sauber gestellte GOÄ‑ oder GKV‑Rechnung bildet die Grundlage für jede weitere Maßnahme. Ist die Rechnung ordnungsgemäß, bleibt die Forderung fällig – unabhängig davon, ob der Patient sich meldet oder Einwände erhebt.
In vielen Fällen genügt eine freundliche, aber bestimmte Zahlungserinnerung, um die Angelegenheit zu klären. Ein professioneller Ton und eine klare Frist schaffen Orientierung. Bleibt die Zahlung aus, folgt eine Mahnung mit deutlichem Verzugshinweis. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Patient rechtlich bereits im Verzug, doch die Mahnung zeigt, dass die Praxis die Angelegenheit aktiv verfolgt.
Reagiert der Patient weiterhin nicht, stehen der Praxis alle zivilrechtlichen Möglichkeiten offen – vom gerichtlichen Mahnbescheid bis zur Klage. Wichtig ist: Eine Praxis kann jederzeit anwaltliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Lediglich der Zeitpunkt einer Klage hängt davon ab, ob die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Viele Praxen lassen Forderungen lange liegen, oft aus Rücksicht oder Zeitmangel. Das führt jedoch zu Liquiditätsverlust, Verjährungsrisiken und dem Eindruck, dass Nichtzahlung folgenlos bleibt. Ein professionelles Forderungsmanagement sorgt dagegen für klare Abläufe, entlastet das Team und stärkt die wirtschaftliche Sicherheit der Praxis.
Ein säumiger Patient ist kein persönliches Problem, sondern eine organisatorische Herausforderung, die sich mit der richtigen Struktur zuverlässig lösen lässt.